Sehbehindertenhilfe Basel

Einblicke

«Meine Blindheit tragen alle mit.»
– Vera Weber-Bär

Vera Weber-Bär ist Mutter von vier Kindern (10, 8, 6, 3). Mit der Unterstützung ihres Ehemannes organisiert sie deren Alltag, führt den Haushalt und ist da, wenn die Kinder nach Hause kommen. Dazu fungiert sie in der Kirchgemeinde als Präsidentin mit einem 25-Prozent-Pensum. Vera Weber-Bär ist stark. Denn all dies meistert sie als blinde Frau.

«Von den Ferienerlebnissen zehre ich ein ganzes Jahr.»
– Hildegard P.

Reisen ist für ältere Menschen mit Sehbehinderung eine Herausforderung, die alleine meist nicht mehr zu meistern ist. Gut, dass es Angebote wie die Ferienwoche der Sehbehindertenhilfe Basel gibt. In Landschlacht ist für die Reisegruppe alles organisiert: von Ausflügen übers Aktivierungsprogramm bis zu den gemeinsamen Mahlzeiten. Teilnehmerin Hildegard P. freut sich immer sehr auf diese Woche. Für Sie ist «nach den Ferien vor den Ferien».

«Ich bin froh, im Laden zu arbeiten.»
– Jacqueline Derungs

Jacqueline Derungs arbeitet als Sesselflechterin im Laden der Irides AG. Die geburtsblinde Frau, deren Berufswunsch Telefonistin war, nimmt dort auch Telefonate entgegen. Dank des Mobilitätstrainings der Sehbehindertenhilfe Basel überwindet sie Distanzen von A nach B. Herausfordernd ist für sie die Freizeitgestaltung, nun hat sie eine Begleiterin gefunden, die mit ihr auf kleinere Nordic-Walking- Touren mitgeht.

«Mit Courage und weissem Stock unterwegs.»
– Giuliano Morandini

Giuliano Morandini verlor als 76jähriger sein Augenlicht. Nach einer schweren und langen Herzoperation mit Komplikationen erwachte der Rentner, doch seine Sehkraft war erloschen.

«Schritt für Schritt zurück ins Leben gefunden.»
– Roland Meury

Mit 19 Jahren hat Roland Meury einen schweren Motorradunfall. Sein Schicksal liegt während Tagen auf Messers Schneide. Er überlebt. Bei seinen Sturzfolgen mit Schädelbruch wird der Sehnerv an beiden Augen durchtrennt: zwar wird dem jungen Mann ein zweites Leben geschenkt, das Augenlicht hingegen ist für immer verloren.

«Die Sehbehindertenhilfe Basel hat mir ein Stück Lebensqualität zurück gegeben.»
– Hedi C.

Schon als Kind hatte Hedi C. Angst, später einmal zu erblinden. Im hohen Alter hat sie dieses Schicksal beinahe heimgesucht; vor acht Jahren wurde bei ihr eine altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) diagnostiziert. Zwar wird sie nicht blind werden, doch was sie noch sieht, ist wenig: auf dem linken Auge sind es nur noch Umrisse, das rechte Auge sieht weniger als 10 Prozent.

«Mir wurde ein zweites Leben als Blinde geschenkt.»
– Esther Barretta-Weinhard

Esther Barretta-Weinhardt erlitt Mitte der Neunziger Jahre eine schwere virale Erkrankung, die sie zu einem längeren Spitalaufenthalt zwang. Eine rasch fortschreitende Netzhautablösung führte trotz mehrerer Augenoperationen innert drei Monaten zur Erblindung der damals 35-jährigen Frau. Dank eines guten Umfeldes, ihres Glaubens und Willens sowie der zielgerichteten Hilfe der Sehbehindertenhilfe meistert Esther Barretta ihren Alltag als blinde Frau – so gut es eben geht.

«Alles was ich auf meinem Weg erlebe, hat einen Sinn – auch die Sehbehinderung.»
– Peter Tschanz

Peter Tschanz ist voller Tatendrang, trotz Ruhestand und fast vollständiger Erblindung. Mit 66 Jahren müsste sein Leben frei nach Udo Jürgens Motto erst anfangen. Tatsächlich kämpft er um den letzten Sehrest und darum, seinen Alltag möglichst selbstständig zu bewältigen. Dank der Hilfe seiner Frau, seinem näheren Umfeld und der fachlichen Unterstützung durch die Sehbehindertenhilfe Basel gelingt ihm das recht gut.

«Erfolgserlebnisse beim Basteln machen mir Mut.»
– Valerie Renaux

Valerie Renaux (84) ist eine kluge, lebensfrohe Frau. Sie nutzt aktiv das Freizeitangebot der Sehbehindertenhilfe Basel. Kreativkurse, Gymnastik, Wassergymnastik, bis vor kurzem war sie auch Mitglied im Singkreis. Ihr Handicap: innert drei Jahren hat sich ihre Sehstärke dramatisch um etwa 90 Prozent verschlechtert. Wie der Frau die Umstellung auf dieses Schicksal gelingt, verdient hohen Respekt.

«Ohne Blindenstock gehe ich nirgends mehr hin.»
– Anna Metzger

Sehbehinderte Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Bei Anna Metzger ist Schwester Martha die wichtigste Lebensbegleiterin. Ihre Freundinnen gehen mit ihr essen, baden oder reisen. Und als Hilfsmittel unterwegs leistet ihr der Langstock gute Dienste – sie nennt ihn liebevoll ‹Butler James›. Beim Stocktraining unterstützte sie Marcel Studer von der Sehbehindertenhilfe Basel.

«Der Computer ist mein Tor zur Welt.»
– Suzanne Kunz

Suzanne Kunz ist seit Geburt stark sehbehindert. Als Neunjährige verlor sie langsam auch die Hörkraft. Die fröhliche Frau, die Yoga macht, meistert ihr Leben mit dem Handicap von zwei nur minimal funktionierenden Sinnen: Hören und Sehen.

«Die Bahn war mein Leben.»
– Albert Kamber

Früher stets hilfsbereit, wenn jemand was brauchte, ist er heute selber auf Hilfe angewiesen. Albert Kamber, 51, kämpft nach seiner Erblindung für eine hohe Selbstständigkeit. Seine Familie, sein Hund ‹Molly› und sein starker Wille halten den ehemaligen Lokführer in der Spur.